
Weihnachten & Silvester auf Madeira
Nachdem uns unsere letzten Urlaube ins Kalte geführt haben (Nordsee, zweimal Island, Salzkammergut) sind wir über Weihnachten und Silvester dem deutschen Winter entflohen und nach Madeira gereist. Vom 25.12.2021 - 08.01.2022 besuchen wir die Blumeninsel um ein bisschen Sonne und Wärme zu tanken. Außerdem war Madeira vor fünf Jahren, zufällig, unser erstes, gemeinsames Urlaubsziel. Wir hatten beide Urlaub in Madeira gebucht, bevor wir uns kennen gelernt hatten.


Für unsere Unterkunft haben wir uns den Südwesten der Insel ausgesucht: Das Hotel Atrio, klare Empfehlung von uns, liegt auf ca. 500 m Höhe in Estreito da Calheta und hat nicht nur ein nettes Restaurant, sondern auch Bungalowzimmer mit eigener Terrasse und Meerblick. Und wenn man im Bungalow wohnt, der am weitesten den Hang hinunter vom Restaurant entfernt ist, bekommt man noch ein bisschen Sport gratis mit dazu. Dafür hat man aber auch einen tollen Blick aufs Meer und den Sonnenaufgang.




Auf der Suche nach der Sonnenseite von Madeira: Je nach Windrichtung hat man im Süden der Insel, also bei uns am Hotel, Wolken und Nebel aber auf der anderen Seite der Insel Sonnenschein. Dank der um die Insel verteilten Webcams kann man sich also sein Sonnenziel aussuchen. Uns hat es an die Nordküste nach Porto Moniz gezogen und von dort an der spektakulären Steilküste im Osten der Insel entlang zurück. Außerdem haben wir wohl an jedem Aussichtspunkt, Miradouro, angehalten.




Die wolkenfreien Berge haben wir heute ausgenutzt und sind auf die Hochebene Paúl da Serra gefahren. Am Forsthaus von Rabaçal, wo unsere kleine Wanderung starten sollte, war zum einen Nebel und zum anderen der Parkplatz voll. Kurz umdisponiert und die Hochebene entlanggefahren. Dann hat uns allerdings die gesperrte Straße zur Umkehr gezwungen. Aber erst nachdem wir diese, damit autofreie Straße, noch für einen kleinen Spaziergang genutzt haben. Auf dem Rückweg wurde nicht nur ein kurzer Stopp bei den Schneemännern (mit Schaukel) eingelegt und wir sind auch noch bei den tollen Felsen am Strand in der Sonne gesessen.




Irgendwie ist gerade "Madeira der gesperrten Wege". Nach einem kurzen Stopp am kalten Fluss, Ribeiro Frio und kleiner Levadawanderung zum Aussichtspunkt Balcões mussten wir wieder unsere Pläne ändern, da die Straße gesperrt war. Manchmal bringen einem solch ungeplanten Umwege aber auch zu tollen Plätzen wie dem Adlerfelsen, Penha de Aguia, oder dem Aussichtspunkt auf das Städtchen Faial. Zum Schluss wollten wir am Strand von Calhau de São Jorge, ein schönes Plätzchen, das wir noch von 2016 kennen, ein bisschen die Steilküste entlang laufen. Allerdings war der Weg gesperrt.




Heute stand unsere erste Levadawanderung auf dem Programm: Vom kleinen Örtchen Levada Grande die Levada da Ribeira da Janela entlang. Zu Beginn noch auf breiten Wegen, mit viel Sonne und tollen Aussichten, ging es bald auf dem schmalen Levadamäuerchen weiter. Die Täler wurden im enger und dunkler bis wir vor dem Eingang zu einem Tunnel standen. Mit Hilfe der Handyleuchten ging es mit nassen Füßen und ein paar Schrammen am Kopf 200 m auf schmalem Weg entlang der Levada durch die Dunkelheit. Am anderen Ende stand man dann in einer engen Schlucht mit eingebauter Wasserfalldusche. Da der nächste Tunnel zum Glück gesperrt war, ging es denselben Weg wieder zurück.




Vom Meer in die Berge: Gestartet sind wir heute Vormittag im Fischerort Câmara de Lobos, wo schon Winston Churchill malend am Hafen saß. Bei 27 Grad wurde es uns aber bald zu warm und wir fuhren in die Berge nach Curral das Freiras. In das versteckte Tal zogen sich früher die Nonnen zurück, wenn Funchal mal wieder von Piraten angegriffen wurde. Vom Aussichtspunkt Miradouro Eira do Serrado hat mein einen tollen Blick auf den Ort.




Heute war wieder Levadawanderung angesagt: Im Tal von Tabua ging es die Levada Nova entlang. Allerdings mussten wir erst mal die obligatorische Umleitung fahren, da mal wieder die Straße gesperrt war. Da wir inzwischen Erfahrung damit haben, fanden wir den Startpunkt der Tour ohne große Probleme. Nachdem es zuerst an ein paar Gärten und Wohnhäuschen vorbei ging wurde die Wanderung immer spannender: Tunnel, schmale Wege, enge Durchgänge, ausgesetzte Stellen, alles dabei. Und spektakuläre Aussichten in das Tal von Tabua gab es noch dazu. Und sogar eine Bar für ein Cola haben wir auch noch gefunden.




Uli hat heute die Eindrücke von der gestrigen Levadawanderung künstlerisch verarbeitet:

Ich habe derweilen, völlig unkünstlerisch, die nächste Levada in Angriff genommen. In den Bergen weit oberhalb von Ponta do Sol bin ich der Levada da Bica da Cana, der Zuckerhutlevda, entlang gewandert. Ziemlich sonnig ging es bis zu einem Wasserfall, anschließend war der Weg so schlecht, dass die Quelle der Levada nicht mehr zu erreichen war.




Morgen soll das Wetter schlechter werden, deshalb haben wir den Sonnenschein heute noch mal ausgenutzt und sind in die Berge gefahren. Die Straßen ER228 und ER110 von Serra de Água auf die Hochebene Encumeada sind wahrscheinlich die schönsten Straßen auf der Insel. Mit tollen Aussichten auf romantische Ortschaften und auf die höchsten Berge von Madeira. Von der Hochebene aus haben wir dann auch die berühmteste Wanderung auf Madeira gemacht: Zum Forsthaus Rabaçal und weiter zum Wasserfall entlang der Levada do Risco.




Heute war unser letzter kompletter Urlaubstag auf Madeira. Und das Wetter war wieder typisch Madeira: Auf den Webcams schauen, wo die Sonne scheint und dann nichts wie hin. Deshalb haben wir uns noch mal für eine Wanderung entlang der Levada Nova entschieden, dieses mal von Candelária Richtung Ribeira da Tabua. Erst ganz hinten im Tal fing es leicht an zu nieseln, auf dem Rückweg hatten wir wieder strahlenden Sonnenschein. Bei einem Bier, Lapas und Knoblauchbrot in unserer Lieblingsbar "Portinho" in Jardim do Mar haben wir den Tag ausklingen lassen. Jetzt heißt es Koffer packen.




Schön war es im Winter mal wieder in die Sonne und ins Warme zu kommen. Die Unterkunft war sehr gut, die Leute unheimlich freundlich wir haben viel gesehen, waren an der frischen Luft und sind gewandert. Was will man mehr.