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Norwegen - Fjordland

Und wieder einmal versuchen wir dem heißen Sommer in Deutschland zu entkommen. Nach den Lofoten 2018 zieht es uns wieder nach Norwegen, dieses mal ins Fjordland an den Hardangerfjord und den Sognefjord. Nach der doch recht anstrengenden Fahrerei in Kanada haben wir uns nur drei Unterkünfte, in Eidfjord, Lærdalsøyri und Dragsvik ausgesucht, damit wir genügend Zeit haben, die Gegend ausgiebig zu erkunden. Am Ende der Reise und nach ganz viel Natur sind wir noch zwei Nächte in Bergen. Inspiriert wurden wir übrigens durch eine Folge der Serie "Wunderschön" und das soll auch das Motto von unserem Urlaub werden.

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Nach zwei Stunden Flug und zwei Stunden Autofahrt sind wir an unserem ersten Ziel, in Eidfjord am Hardangerfjord, angekommen. Wir wohnen in Vik Pensjonat mit Restaurant und eigener Bäckerei. Die macht einen ziemlich interessanten Eindruck und muss morgen mal genauer unter die Lupe genommen werden. Am Fjord haben wir auch schon geschnuppert, das ist auch unser Ziel für den ersten Ausflug morgen.

An unserem ersten Tag in Eidfjord haben wir erst mal die nähere Umgebung erkundet. Los ging es nach dem Frühstück zum Aussichtspunkt Hodna mit schönem Blick über Eidfjord und dem "Traumschiff", der MS Deutschland, die heute dort am Dock lag. Weiter ging es entlang dem Simadalsfjord, einem Seitenarm des Hardangerfjord. Von dort machten wir uns an die Auffahrt zum Kjeåsen Fjellgård, einem Bauernhof etwa 600 Meter über dem Fjord. Die Auf- bzw. Abfahrt ist nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, da der Weg dorthin ziemlich schmal ist. Der eigentliche Weg ist gar nicht so schmal allerdings ist der einspurige, unbeleuchtete und über 2 km lange Tunnel dann doch recht spannend. Zurück auf Fjordhöhe und nach einem kurzen Halt am See Eidfjordvatnet ging es wieder hinauf zum Hjølmoberget, vorbei am Wasserfall Vedalsfossen. Oben angekommen entschieden wir uns auf jeden Fall noch mal hier hoch zu fahren um zu einer kleinen Wanderung zu starten.

Bevor wir uns heute auf den Weg gemacht haben, fuhren wir noch mal kurz zum Aussichtspunkt Hodna über Eidfjord. Heute mit noch größerem Schiff und strahlendem Sonnenschein. Weiter ging es durch das Måbødal zum Wasserfall Vøringsfossen, mit 182 Metern einer der spektakulärsten Wasserfälle Norwegens. Von dort aus fuhren wir auf einer der "Nationalen Landschaftsrouten" Norwegens durch die Hardangervidda, eine Hochebene mit vielen Seen und Heidelandschaft. Sogar eine ganz kleine Schneeballschlacht haben wir gemacht.

Heute früh starteten wir zu unserer ersten Fjorderkundung per Boot. Mit der "Aurora of the Fjords" ging es, vorbei am bisher größten Kreuzfahrtschiff, den Hardangerfjord in Richtung Ulvik. Bald bog das Schiff in den Seitenarm des Fjords und kurz darauf legten wir in Ulvik an, wo wir eine Stunde Aufenthalt hatten, bevor uns das nächste Schiff zurück nach Eidfjord bringen sollte. Ulvik ist bekannt für den Apfelanbau und den daraus gewonnen Cider. Los ist dort allerdings gar nichts, das einzige Cafe hatte geschlossen. Zurück in Eidfjord gönnten wir uns etwas Süßes im Cafe, das zu unserer Unterkunft gehört (super lecker!) und machten uns dann auf eine kleine Wanderung zum Strand vom See Eidfjordvatnet. Den hatten wir fast für uns alleine und so genossen wir die Ruhe bevor wir uns auf den bergigen Rückweg machten. 

Heute stand ein längerer Ausflug auf dem Programm. Per Autofähre ging es von Kinsarvik über den Sørfjord nach Utne. Von dort umrundeten wir die Halbinsel Folgefonn mit ihren vielen Obstplantagen. Zur Zeit sind die Kirschen und Pflaumen reif und an kleinen Buden am Straßenrand kann man die kaufen. Absolut lecker! In Jondalen bogen wir dann ab auf den Weg zum Gletscher auf der Folgefonna. Am Anfang ging es noch durch dicke Wolken und Regen aber kurz vor dem Gipfel brachen die Wolken auf und wir standen in der Sonne. Zurück in Jondal fuhren wir durch zwei lange Tunnels zurück an den Sørfjord. Mit Ausblick auf Wasserfälle und einem kurzen Halt am Designertoilettenhäuschen ging es das Ostufer zurück nach Kinsarvik, wo wir am Vormittag mit der Fähre gestartet waren, und von dort nach Eidfjord.

Nach dem wir vorgestern schon mit der Fähre in Ulvik waren sind wir heute die Strecke mit dem Auto gefahren. Über die Hardangerbrücke und durch Tunnels (einige mit Kreisverkehr im Tunnel) ging es nach Ulvik und dann weiter nach Osa am Ende des Osafjords. Dort gibt es nicht nur ein uriges Cafe (Osa Kafeen) mit leckeren Apfelpfannkuchen und selbstgemachten Marmeladen man kann auch auf einer Mautstraße in die Berg fahren. Die Straße ist ziemlich schmal und ziemlich steil aber mit einem PKW gut zu bewältigen. Bald ist man oben auf dem Osafjellet angekommen und kann eine spektakuläre Berglandschaft genießen. Großer Vorteil: Während sich schon kaum ein Tourist nach Osa verläuft hat man hier oben seine komplette Ruhe. 

Heute war nicht nur Umzugstag sondern leider auch Regentag. So konnten wir die tolle Landschaft unterwegs, wir waren extra nicht den direkten Weg gefahren, oft nur erahnen. Erst kurz vor dem Ziel tat sich noch ein kleiner Blick auf die spektakuläre Fjordlandschaft auf. Für die nächsten sechs Nächte wohnen wir jetzt im historischen Zentrum von Lærdalsøyri in einem Haus, das fast 200 Jahre alt ist. Wir hoffen, dass morgen der Regen nachlässt, dass wir anfangen können die Umgebung zu erkunden. 

Auch heute war das Wetter noch ziemlich gemischt, Regen, Wolken, Sonne, alles dabei. Deshalb fuhren wir zur Stabkirche von Borgund, nur 25 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Die Kirche wurde 1180 erbaut und ist eine der nur 28 erhaltenen Stabkirchen in Norwegen. Der freistehende Glockenturm wurde im 13. Jahrhundert gebaut, der Altar stammt aus 1654. Von der Kirche aus kann man auch zu einer Rundwanderung starten, die auch eine recht steile Passage auf dem alten Postweg, dem Vindhellavegen, enthält. Da wir uns wetter-technisch nicht ganz trauten den gesamten Weg zu laufen, entschieden wir uns für das steile Stück. Dort wurde durch Serpentinen die ursprüngliche Steigung von 25% auf 20% reduziert, damit auch Pferdekutschen den Weg passieren konnten. Da gerade keine Pferdekutsche zur Verfügung stand mussten wir selber laufen.

Heute war der Tag der Wasserfälle. Das Ziel war, der mit 275 Metern Fallhöhe angeblich höchste Wasserfall Nordeuropas, der Vettisfossen. Den ersten Wasserfall, den Eldegardsfossen, entdeckten wir schon an der Straße am Fjord entlang. Hinter dem Ort Øvre Årdal ging es dem Tal des Flusses Utla entlang bis zum Parkplatz. Erste positive Überraschung war der Wasserfall Hjellefossen direkt am Parkplatz. Die etwas andere Überraschung war, dass es bis zum Vettisfossen 6.5 km waren. Zum Glück gab es direkt beim Parkplatz ein nettes Cafe mit leckeren Waffeln (Einkehr erst auf dem Rückweg!) und ca. 1 km vor dem Vettisfossen die Vetti Gard Turiststasjon für Getränke. Unterwegs der nächste schicke Wasserfall, der Avdalsfossen. Bis zur Turiststasjon war der Weg auch breit und einfach zu bewandern, der letzte Kilometer zum Wasserfall hatte aber mehr was von einer Kraxelei. Die Hängebrücke führte übrigens auf einen anderen Weg aber für ein kurzes Hin und Zurück war sie aber ganz spaßig. Nach 6.5 km standen wir dann endlich vor dem Vettisfossen. Beeindruckend! Nur muss man den ganzen Weg wieder zurück.

Sonnenschein! Keine Regenwolken weit und breit. Deshalb ging es zuerst an den Fjord und an dem Plätzchen wären wir auch geblieben, wenn die Bank nicht so hart gewesen wäre. Dann ging es eben weiter hoch aufs Aurlandsfjellet. Über diese Hochebene muss man fahren wenn man nach Aurlandsvangen möchte und nicht den langen Tunnel benutzen. Zuerst ging es durch grüne Landschaft und vorbei am Wasserfall Sluppen. Bald erreichten wir die Hochebene mit spektakulärer Landschaft mit Bergen, Seen und Resten vom Schnee. Auf der Abfahrt nach Aurlandsvangen hielten wir, wie noch so viele andere, am Aussichtspunkt Stegastein. Von der Holzkonstruktion hat man einen tollen Blick auf den Aurlandsfjord. Unten angekommen statteten wir dem kleinen Dorf Undredal einen Besuch ab, schauten uns die kleinste Stabkirche an, die immer noch genutzt wird und genossen die Sonne (mit Eis!) am Fjord. Da uns das Aurlandsfjellet so gut gefallen hat beschlossen wir die selbe Strecke wie zurück zu fahren und wurden durch tolles Abendlicht belohnt.

Am Fjord gestern hat es uns besonders gut gefallen, da wollten wir heute unbedingt noch mal hin. Allerdings irgendwo hin, wo weniger Leute sind. Ein guter Startpunkt war Aurlandsvangen, da war weniger los als in Flåm oder Gudvangen. Von dort aus fuhren wir eine kleine Küstenstraße entlang und hoch nach Skjerdal, geschätzt 10 Häuser. Im Ort startet eine (ziemlich steile) Wanderung hoch zum Skjerdal Kafe, vorbei an einem Wasserfall und Pferden, Schafen und jeder Menge Ziegen. Oben angekommen, und nach dem wir uns durch die Ziegenherde gekämpft hatten, genossen wir lokalen Käse, Apfelsaft aus eigenem Anbau und Kaffee mit Ziegenmilch. Der Abstieg war übrigens genauso steil.

Da wir morgen umziehen und vorher noch mit der Flåmbahn fahren wollten wir es heute etwas gemütlicher angehen lassen. Da das Wetter ganz gut war sind wir noch mal hoch aufs Aurlandsfjellet gefahren, dort hatte es uns besonders gut gefallen. Ausgerüstet mit Zimtschnecken aus der hiesigen Bäckerei suchten wir uns einen gemütlichen Picknickplatz mit Aussicht auf einen Wasserfall und einen See. Das Gletscherwasser war ziemlich arktisch.

Heute mal ein paar Zahlen, Daten, Fakten. Von Lærdal ging es heute früh in Richtung Flåm durch den Lærdalstunnel, mit fast 25 km der längste Straßentunnel der Welt. Damit es beim Durchfahren nicht zu langweilig wird sind ca. alle 6 km farbig beleuchtete Stellen eingebaut. In Flåm angekommen stiegen wir in die Flåmsbana (mit ganz vielen anderen Menschen vom Kreuzfahrtschiff, das im Hafen lag), die uns in knapp einer Stunde und ca. 20 km nach Myrdal auf 866 m Höhe brachte. Zurück ging es erst ungefähr 4 km zu Fuß (man hätte die Stecke auch mit einer Seilrutschbahn fahren können), in Kårdal stiegen wir aufs Fahrrad um und fuhren die restlichen ca. 17 km (bergab) zurück nach Flåm. Anschließend fuhren wir noch ungefähr 100 km mit dem Auto zu unserer neuen Unterkunft in Dragsvik am Sognefjord.

Seit gestern wohnen wir in Dragsvik mit Blick auf den Sognefjord von unserem Balkon aus. Nur das Wetter hat noch etwas Luft nach oben. Heute sind wir dann zum ersten Ausflug von hier gestartet, Ziel war der Fjaerlandsfjord und die Ortschaft Fjaerland, die Stadt der (träumenden) Bücher. Bücherdörfer, wie Fjaerland, zeichnen sich durch eine besonders hohe Anzahl an Antiquarien aus, wobei die Qualität der Bücher, die in Fjaerland angeboten werden, auch noch etwas Luft nach oben hat. Wie das Wetter eben. Ganz in der Nähe kommt man auch noch recht nahe an zwei Gletscherzungen heran, die vom großen Gletscher Jostedalsbreen stammen. Den Bøyabreen erreicht man bequem von einem Parkplatz direkt an der Straße, für den

Supphellebreen muss man ein paar Kilometer auf einem kleinen, unbefestigten Sträßchen zurücklegen. Hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Heute war Ausschlaf- und Faulenztag angesagt. Am Nachmittag haben wir uns dann aber doch noch auf den Weg gemacht und sind nach Balestrand gefahren, das liegt gleich gegenüber am Esefjord. Dort gibt es einen netten Hafen mit ein paar alten Häusern, wie das Kviknes Hotel.

Heute war ziemlich schlechtes Wetter, deshalb nur ein Bild.

Heute sah die Wettervorhersage nicht ganz so schlecht aus, deshalb machten wir uns wieder auf eine Tour. Mit der Fähre über den Sognefjord, dann nach Sogne und dann in das Dorf Solvorn am Lustrafjord. Dort kann man mit einer ziemlich kleinen Fähre, man muss rückwärts drauf fahren, nach Ornes übersetzen wo man eine Stabkirche besichtigen kann. Weiter ging es über eine kleine Straße am Fjord entlang bis zum nächsten Stopp, dem Wasserfall Feigumfossen. In Skjolden trifft die kleine Seitenstraße wieder auf die Straße 55, die hoch aufs Sognefjell führt. Der Kälte trotzend, es waren 7 Grad auf dem Autothermometer, haben wir ein paar Aussichtspunkte angefahren und Bilder geschossen. Nur Rentieren und den Eisriesen von Jotunheimen sind wir nicht begegnet.  

Heute war unser letzter Tag in Dragsvik und das Wetter sah recht vielversprechend aus. Deshalb ging es noch mal auf Tour: Auf einer der "Nationalen Landschaftsrouten" fuhren wir zuerst am Fjord entlang und dann hoch auf das Gaularfjellet. Erster Stopp war der Aussichtspunkt "Gaularfjellet Utsikten" hoch über den Serpentinen, die wir gerade hoch gefahren waren. Gleich nach dem Aussichtspunkt am See Nystølsvatnet fanden wir ein paar fotogene Häuschen am Ufer. Kurz darauf erkundeten wir den Wasserfall Likholefossen, über den eine schicke Brücke führt. Nach einer langen Rundfahrt auf dem Gaularfjellet erreichten wir wieder unsere Unterkunft im Fjordhotel.

Heute Vormittag haben wir uns von den Fjorden verabschiedet und uns auf den Weg den nach Bergen gemacht. Unterwegs hat es die ganze Zeit geregnet. Und wir hatten uns eine so schöne Landschaftsroute ausgesucht! Nur am Wasserfall Tvindefossen haben wir angehalten und uns kurz aus dem Auto getraut. In Bergen angekommen machten wir uns noch auf zu einem ersten Ausflug mit Blick auf Bryggen, dem mittelalterlichen Hanseviertel am Hafen. Da hat es sogar aufgehört zu regnen.

Unser Tipp für Bergen: Regenschirm mitnehmen! Wir haben uns mittlerweile an das Regenwetter gewöhnt und so sind wir heute früh trotz Nieselregen losgezogen die Stadt zu erkunden. Zuerst ging es hier bei uns am Hotel auf der Halbinsel Nordnes durch das ehemalige Arbeiterviertel. Die Häuser wurden alle renoviert und es geht auch sehr ruhig zu. Als nächstes besuchten wir noch mal das alte Hanseviertel Bryggen, um die Uhrzeit waren auch alle Geschäfte dort offen. Die boten zwar meistens viel Kitsch, man sah aber Elche, Rentiere und sogar einen Troll. Nach einem Besuch im Kunstmuseum, Stichwort Edvard Munch, fuhren wir mit der Bergbahn auf den Fløyen, von wo man einen tollen Blick auf Bergen und die Bucht Vagen hat. Jetzt tun uns die Füße weh. 

Nach zwei regenreichen Tagen in Bergen sind wir wieder in Deutschland angekommen. Das Fazit zum Fjordland in Norwegen: Die Landschaft ist spektakulär! Der Kontrast zwischen den Fjorden mit den bunten Holzhäusern an grünen Küsten wo Äpfel und Kirschen wachsen und den Hochebenen ist toll. Es finden sich auch schöne Ecken abseits den Touristenattraktionen, die von den Kreuzfahrern überlaufen sind. Die Norweger sind ein sehr offenes und freundliches Volk. Das Wetter war allerdings ziemlich "norwegisch".

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